Kundgebung und Gedenken

30. März 2013 - 11 Uhr

Hauptbahnhof, Lübeck

Kaum ein Meter für ganz wenige Nazis

Es war schon eine elendes, kleines Häuflein Nazis, was sich heute in Lübeck kurz versammelt hatte, um unter Pfeifen und höhnischen Kommentaren von mindestens 2500 GegendemonstrantInnen gerade einmal 250 Meter zu "marschieren". Lübeck hat eindrucksvoll gezeigt: hier ist kein Raum für NS-Verherrlichung. Und dies hatte offenbar direkte Auswirkung auf die Mobilisierungsfähigkeit der Nazis.

Wir haben zwei Premieren erlebt: unsere Demo-TeilnehmerInnen konnten von der Polizei unbehelligt und vollkommen legal in Sicht- und Hörweite der Nazis gelangen. Und es bedarf nicht des geringsten antifaschistischen Engagements, dass der Nazi-Lautsprecherwagen kaputt geht - das haben die Faschisten diesmal von ganz alleine geschafft...

Dem Stadtteil St. Lorenz mit Ausnahme eines kleinen Teils des Steinrader Wegs wurde die braune Propaganda erspart. Das war das Ergebnis unserer offensiven Kundgebungsanmeldung für den Ziegelteller und dem juristischen Vorgehen der Hansestadt. Mit der Mobilisierung können wir ebenfalls sehr zufrieden sein: Kurz nach dem Auftakt auf dem Markt hatten sich zwischen 2500 und 3000 Nazi-Gegnerinnen und -gegner der 'Wir können sie stoppen'-Demo angeschlossen. Das ungemütliche Wetter war wohl schuld, dass an den beiden Punkten der "akustischen Blockade" (Ziegelteller und St.-Lorenz-Kirche) sich dann ein paar Leute weniger aufhielten. Nichts desto trotz: Auf einen Nazi kamen heute über 20 Antifaschistinnen und Antifaschisten - ein dermaßen gutes "Kräfteverhältnis" hatten wir in den letzten Jahren nicht. Den Nazis gelang es nicht, mehr als maximal 120 Gestalten in Lübeck zu versammeln. Ihre Kundgebung im Steinrader Weg dauerte gerade einmal eine Stunde, dann zogen sie schon wieder ab. Ein Teil von ihnen - exakt 25(!) - begab sich noch nach Plön und demonstrierte - auch dort von lautstarken Protesten begleitet - ihre Schwäche.

Den Lautstärke-Wettbewerb zu gewinnen, war auch aus anderen Gründen heute für uns kein Problem: der Nazi-Lautsprecherwagen kam nicht in den Steinrader Weg, weil die Zugänge von uns abgeriegelt waren. Zudem ging er auch noch kaputt, da ein völlig panischer Fahrer beim Anblick einiger AntifaschistInnen so hektisch den Nazi-Lautsprecherwagen zurücksetzte, dass er ein anderes Fahrzeug (die Lübecker Nachrichten meldet, es sei zudem noch ein Polizeiwagen gewesen) rammte... Die Reden der Nazis im Steinrader Weg mussten dann über ein kleines Handmegafon gehalten werden!

Zu ernsten Zwischenfällen mit der Polizei kam es in diesem Jahr - soweit wir bislang wissen - nicht.

Soweit von unserer Seite fürs erste. Weitere Infos gibt es online bei:

den Lübecker Nachrichten

HL-live

SHZ

dem NDR